Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich
Die renommierte britische Schauspielerin Judi Dench, inzwischen 91 Jahre alt, hat in ihren kommenden Memoiren eine deutliche Abrechnung mit der Kinoversion des weltberühmten Musicals "Cats" vorgenommen. Der Film, der am 25. Dezember 2019 in die Kinos kam, gilt weithin als ein fulminanter Misserfolg, der sowohl bei Kritikern als auch beim Publikum auf massive Ablehnung stieß. Dench, die in der Produktion die Rolle der altehrwürdigen Katzenmatriarchin Alt Deuteronimus verkörperte, äußert sich in ihrem Buch "Is It Too Late to Make a Run for It?", das sie gemeinsam mit ihrem Schauspielkollegen Brendan O’Hea verfasst hat, nun ungewohnt scharf über das Projekt. Sie beschreibt den Film als eine "Verschwendung von gutem Willen und Talent" und gesteht offen ein, dass sie sich während der Dreharbeiten in ihrer Rolle nicht wohlgefühlt habe. Obwohl sie die endgültige Filmfassung nach eigenen Angaben nie vollständig gesehen hat, ist ihr Urteil vernichtend. Die Schauspielerin betont zwar, dass niemand mit der Absicht an ein Filmprojekt herangehe, ein schlechtes Ergebnis zu liefern, doch das Resultat von "Cats" sei für sie persönlich kaum zu ertragen. Diese Äußerungen werfen ein neues Licht auf die chaotische Produktion, die bereits kurz nach ihrer Veröffentlichung als filmisches Desaster eingestuft wurde.
Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Orte
Das Projekt "Cats" war mit einem beeindruckenden Ensemble besetzt, das neben Judi Dench auch Stars wie Taylor Swift, Idris Elba, Jennifer Hudson und Ian McKellen umfasste. Regie führte der Oscarpreisträger Tom Hooper, der für seine Arbeit an "The King’s Speech" bekannt ist. Die visuelle Gestaltung des Films, bei der die Schauspieler mittels aufwendiger Computertechnik in Katzen-Mensch-Hybriden verwandelt wurden, stieß auf heftige Kritik. Besonders das Kostümdesign sorgte für Spott; Dench verglich es bereits ein Jahr nach der Veröffentlichung mit dem Anblick von "fünf vögelnden Füchsen" auf ihrem Rücken. Trotz der negativen Resonanz gab es für Dench auch persönliche Lichtblicke: Sie lernte am Set Taylor Swift kennen und erhielt von ihrem Kollegen Jason Derulo am letzten Drehtag eine Aufmerksamkeit in Form von 50 goldfarben besprühten Rosen. Der Film wurde bei den "Goldenen Himbeeren", den bekannten Schmähpreisen Hollywoods, mit insgesamt sechs Auszeichnungen bedacht. Der Komponist Andrew Lloyd Webber, dessen Musical die Vorlage bildete, bezeichnete den Film 2021 als "komplett daneben" und gab an, die Erfahrung habe ihn so emotional mitgenommen, dass er sich zur Erholung einen Hund anschaffte.
Hintergrund – Vorgeschichte und Verlauf
Die Erwartungen an die Verfilmung von "Cats" waren im Vorfeld immens, da Andrew Lloyd Webber lange auf eine filmische Adaption seines Bühnenerfolgs gewartet hatte. Doch schon der Trailer zur Produktion löste im Vorfeld bei vielen Beobachtern Skepsis aus. Als der Film schließlich Ende 2019 in die Kinos kam, bestätigten sich die Befürchtungen. Die SPIEGEL-Rezension urteilte damals hart, dass in diesem Film "wirklich alle alles falsch gemacht" hätten – vom Regisseur über die Autoren bis hin zu den Animationsspezialisten und den Darstellern selbst. Die Produktion versuchte, die ikonischen Katzenfiguren durch digitale Effekte lebendig werden zu lassen, was jedoch in der Wahrnehmung vieler Zuschauer in einem "Uncanny Valley"-Effekt endete, der eher verstörend als ästhetisch wirkte. Judi Dench reflektiert in ihren Memoiren nun, dass sie von Anfang an kein gutes Gefühl bei der Arbeit an diesem Film hatte. Ihre Distanz zum Endprodukt unterstreicht sie mit der Aussage, dass sie die finale Fassung gar nicht erst gesichtet habe, was ihre kritische Haltung jedoch nicht mindert, sondern eher als grundsätzliche Ablehnung des künstlerischen Endergebnisses verdeutlicht.
Die Beteiligten – Wer entscheidet und äußert sich
Die zentralen Akteure in dieser Debatte sind neben Judi Dench vor allem der Regisseur Tom Hooper, dem die künstlerische Leitung oblag, sowie der Komponist Andrew Lloyd Webber, dessen musikalisches Erbe durch die Verfilmung in Mitleidenschaft gezogen wurde. Auch die Mitwirkenden wie Taylor Swift, Idris Elba, Jennifer Hudson, Ian McKellen und Jason Derulo sind als Teil des Ensembles betroffen, wobei Dench besonders die zwischenmenschlichen Begegnungen mit Swift und Derulo hervorhebt. Brendan O’Hea, der als Co-Autor der Memoiren fungiert, hat Dench dabei unterstützt, ihre Erfahrungen und Gedanken zu Papier zu bringen. Die Institutionen, die den Film bewerteten, wie etwa die Kritiker der "Goldenen Himbeere" oder die Rezensenten des "Spiegel" und des "Guardian", haben das öffentliche Bild des Films maßgeblich geprägt. Während Dench ihre eigene Unbehaglichkeit in den Vordergrund stellt, zeigt sich Lloyd Webber von der emotionalen Last des Scheiterns gezeichnet, was die Tragweite der Fehlentscheidungen bei der Produktion verdeutlicht.
Einordnung – Was das bedeutet
Einzuordnen ist das Urteil von Judi Dench als ein seltenes und deutliches Eingeständnis einer Schauspielerin von Weltformat, die normalerweise für ihre Professionalität bekannt ist. Dass sie sich nun so explizit von einem ihrer Projekte distanziert, unterstreicht, wie tiefgreifend das Scheitern von "Cats" in der Branche wahrgenommen wurde. Den Berichten zufolge ist es bemerkenswert, dass Dench trotz ihrer langen und erfolgreichen Karriere, in der sie zahlreiche Auszeichnungen erhielt, ausgerechnet bei dieser Produktion ein solches Unbehagen verspürte. Das Urteil ist als ein Symptom für eine größere Fehlkalkulation zu verstehen, bei der technologische Ambitionen (die Animationen) und künstlerische Vision (das Musical) nicht harmonierten. Die Tatsache, dass selbst die Hauptdarstellerin das Ergebnis als "nicht auszuhalten" bezeichnet, entzieht dem Film jegliche Verteidigungsgrundlage. Es ist ein Beispiel dafür, wie selbst hochkarätige Besetzungen ein Projekt nicht vor dem Absturz bewahren können, wenn die grundlegende kreative Ausrichtung bereits in der Entstehungsphase als problematisch empfunden wird.
Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantwortet
Der Quelltext lässt einige Aspekte der Produktion unbeantwortet. So bleibt unklar, ob es während der laufenden Dreharbeiten am Set zu einem offenen Austausch zwischen den Schauspielern und dem Regisseur Tom Hooper über die Bedenken bezüglich der Animationen kam. Auch wird nicht explizit ausgeführt, welche vertraglichen oder produktionstechnischen Zwänge dazu führten, dass die Schauspieler trotz des frühen Unbehagens, das Dench beschreibt, das Projekt bis zum Ende durchzogen. Es wird nicht erläutert, ob die anderen genannten Stars, wie etwa Idris Elba oder Jennifer Hudson, ähnliche Vorbehalte geäußert haben oder ob Denchs Empfinden eine isolierte Wahrnehmung bleibt. Zudem bleibt offen, ob Andrew Lloyd Webber im Vorfeld der Produktion direkten Einfluss auf die ästhetische Gestaltung nehmen konnte oder ob er erst bei der Sichtung des fertigen Materials von der Art der Umsetzung überrascht wurde. Die Lücke zwischen der ursprünglichen Erwartungshaltung des Komponisten und der tatsächlichen Umsetzung bleibt somit in ihren Details weiterhin im Dunkeln.
Wie es weitergeht – Ankündigungen und Termine
Die Veröffentlichung der Memoiren "Is It Too Late to Make a Run for It?" steht kurz bevor, was das Thema "Cats" erneut in den Fokus der Öffentlichkeit rücken dürfte. Judi Dench, die mit 91 Jahren weiterhin aktiv ist und nicht in Rente gehen möchte, setzt mit diesem Buch ihre Karriere-Reflektion fort. Es sind keine weiteren offiziellen Stellungnahmen der Produktionsfirma oder des Regisseurs zu den neuen Aussagen von Dench angekündigt. Die Debatte um die "Cats"-Verfilmung wird somit primär durch die Veröffentlichung der Memoiren und die damit verbundene mediale Aufmerksamkeit weitergeführt. Da Dench weiterhin als Schauspiellegende gilt, wird ihr Buch vermutlich als bedeutendes Zeitzeugnis der Filmgeschichte wahrgenommen werden. Weitere Schritte oder eine Aufarbeitung des "Cats"-Flops durch die beteiligten Studios sind nicht in Sicht; das Projekt bleibt in der Filmgeschichte als ein warnendes Beispiel für eine gescheiterte Adaption verankert, während die Beteiligten ihre beruflichen Wege längst in andere Richtungen fortgesetzt haben.