News aus aller Welt
Start
Für 15.000 Euro: Citroën bringt die legendäre Ente als kompakten Stromer zurück
Technik · 18.10.2026 08:50

Für 15.000 Euro: Citroën bringt die legendäre Ente als kompakten Stromer zurück

Kurz: Citroën präsentiert auf dem Pariser Autosalon das 2CV Concept. Die Neuauflage der legendären Ente soll 2028 als erschwingliches Elektroauto für 15.000 Euro star

Ein automobiler Klassiker kehrt zurück

Auf dem Pariser Autosalon 2026 sorgte der französische Automobilhersteller Citroën für eine bedeutende Überraschung, die bei Fans der Marke und Liebhabern historischer Fahrzeuge gleichermaßen für Aufsehen sorgte. Das Unternehmen präsentierte offiziell das sogenannte 2CV Concept, eine moderne Interpretation der legendären „Ente“. Das Fahrzeug, das als voll elektrifizierter Stromer konzipiert ist, soll das Erbe des historischen Modells in das Zeitalter der Elektromobilität überführen. Die Vorstellung markiert einen wichtigen Meilenstein für den Mutterkonzern Stellantis, der mit diesem Projekt ein erschwingliches, kompaktes und alltagstaugliches Elektrofahrzeug für den europäischen Markt etablieren möchte. Die offizielle Ankündigung des Modells erfolgte bereits im Mai 2026 durch den Citroën-Chef Xavier Chardon im Rahmen des Stellantis Investor Day, wo das Konzept als ein zentraler Bestandteil der zukünftigen Modellstrategie skizziert wurde. Mit dem 2CV Concept zeigt der Hersteller nun konkret, wie die Vision einer modernen Ente aussehen könnte, wobei der Fokus explizit auf einer Kombination aus nostalgischem Charme und zukunftsweisender Antriebstechnik liegt. Das Projekt zielt darauf ab, die legendäre Einfachheit und den Charakter des Originals in eine neue Ära zu übersetzen, ohne dabei die Anforderungen an moderne Mobilität zu vernachlässigen.

Die technischen Eckdaten des Konzepts

Obwohl das 2CV Concept als Ausblick auf ein künftiges Serienmodell dient, hält sich der Hersteller bei den technischen Details noch weitgehend bedeckt. Citroën hat bislang keine spezifischen Informationen zu Akkukapazitäten, der exakten Leistung des Elektromotors oder der Reichweite im Testzyklus veröffentlicht. Dennoch gibt es erste Anhaltspunkte, wie das Fahrzeug positioniert werden soll. Das Unternehmen plant ein Fahrzeuggewicht von unter einer Tonne, was den Einsatz einer kleineren und damit kostengünstigeren Batterie ermöglichen soll. Diese Konfiguration soll laut Citroën für eine „auf den Alltag zugeschnittene Reichweite“ ausreichen. In der internen Modellhierarchie wird der E-2CV voraussichtlich zwischen dem Kleinstwagen Ami und dem ë-C3 angesiedelt. Orientiert man sich an den Werten dieser Modelle, erscheint eine Reichweite zwischen 75 und 200 Kilometern als ein realistisches Szenario. Während der ë-C3 in der Plus-Version bereits über 300 Kilometer mit einer Ladung zurücklegen kann, dürfte die E-Ente eher auf den urbanen Kurzstreckenverkehr optimiert sein. Das Design des Fahrzeugs ist mit einer Länge von 3,76 Metern sogar kompakter als das historische Vorbild, was die Agilität im dichten Stadtverkehr und bei Parkmanövern unterstreichen soll.

Historischer Kontext und Designphilosophie

Die Entscheidung, die Ente als Elektroauto neu aufzulegen, ist tief in der Markengeschichte verwurzelt. Das Originalmodell kam im Jahr 1948 auf den Markt und prägte über Jahrzehnte das Straßenbild, bevor das Produktionsende im Jahr 1990 eingeläutet wurde. Der geplante Marktstart der E-Version im Jahr 2028 fällt somit in eine Zeit, die das Jubiläum des Originals würdigt. Citroën-CEO Xavier Chardon betonte bei der Präsentation, dass es nicht das Ziel sei, ein Fahrzeug der Vergangenheit bloß zu kopieren. Vielmehr gehe es darum, die Eigenschaften neu zu interpretieren, die den 2CV einst so einzigartig gemacht haben. Optisch wagt das 2CV Concept einen Spagat: Es greift charakteristische Merkmale des Originals auf, kombiniert diese jedoch mit einer modernen Designsprache, die durch straffere Linien und großzügigere Flächen geprägt ist. Ein besonderes Detail ist das Stofffaltdach, das eine direkte Reminiszenz an den historischen 2CV darstellt. Auch akustisch soll das Fahrzeug an den Klassiker erinnern, da sowohl die Hupe als auch der Elektromotor so abgestimmt werden sollen, dass sie den Klang des historischen Modells in einer modernen Form widerspiegeln.

Innovative Innenraumgestaltung und Ausstattung

Im Innenraum geht Citroën beim 2CV Concept völlig neue Wege, um das Platzangebot zu maximieren. Das Unternehmen verzichtet bewusst auf ein klassisches, ausladendes Armaturenbrett. Stattdessen setzt das Design auf eine zylinderartige zentrale Bedieneinheit, an der sich das Lenkrad, die Steuerhebel sowie die Schaltwippe befinden. An dieser Einheit ist zudem ein acht Zoll großes Touch-Display befestigt, das alle notwendigen Informationen für die Insassen bereithält. Durch diesen radikalen Verzicht auf herkömmliche Strukturen soll den Passagieren ein deutlich großzügigeres Raumgefühl vermittelt werden. Ein weiteres Highlight ist das sogenannte „Radioën“, ein herausnehmbares Radiosystem, das nicht nur im Fahrzeug genutzt werden kann, sondern sich auch außerhalb des Autos als Lautsprecher verwenden lässt. Ergänzt wird dieses Konzept durch variable Aufbewahrungskörbe, die die Alltagstauglichkeit unterstreichen sollen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Fahrspaß und die Agilität kleiner Fahrzeuge zurückzubringen und gleichzeitig das Fahren und Einparken durch die kompakten Abmessungen und die durchdachte Ergonomie deutlich zu erleichtern.

Einordnung der Marktstrategie

Einzuordnen ist das Projekt als strategischer Vorstoß von Stellantis, im hart umkämpften Markt für günstige Elektroautos Fuß zu fassen. Mit einem avisierten Einstiegspreis von rund 15.000 Euro adressiert Citroën eine Käuferschicht, für die Elektromobilität bisher aufgrund hoher Preise oft unerschwinglich war. Den Berichten zufolge soll das Fahrzeug in Europa produziert werden, was die Abhängigkeit von globalen Lieferketten reduzieren könnte. Die Kombination aus einem niedrigen Preis, einem ikonischen Design und einer auf den urbanen Alltag zugeschnittenen Technik könnte das Modell zu einem wichtigen Volumenbringer machen. Die Positionierung zwischen dem Ami und dem ë-C3 zeigt, dass Citroën den Markt für kompakte E-Autos in verschiedenen Stufen besetzen will. Während der Ami eher als minimalistische Mobilitätslösung fungiert, soll der E-2CV als vollwertiges, wenn auch kompaktes Auto wahrgenommen werden. Die Herausforderung für den Hersteller wird darin bestehen, die Balance zwischen dem niedrigen Preis und der notwendigen technischen Ausstattung zu finden, um sowohl die regulatorischen Anforderungen als auch die Erwartungen der Kunden zu erfüllen.

Offene Fragen und zukünftige Schritte

Trotz der detaillierten Vorstellung der Studie bleiben zahlreiche Fragen offen, die für potenzielle Käufer und Branchenbeobachter von großem Interesse sind. Konkret fehlen im Quelltext Angaben zur genauen Akkutechnologie, zur Ladeleistung des Systems und zur Ladedauer an öffentlichen Stationen. Auch Informationen zur Sicherheitsausstattung, die für eine Zulassung im Jahr 2028 zwingend erforderlich sein wird, werden nicht genannt. Zudem bleibt unklar, welche konkreten Produktionsstandorte in Europa für die Fertigung in Betracht gezogen werden. Die Entwicklung bis zur Serienreife ist ein komplexer Prozess, der noch einige Hürden bereithält. Der Zeitplan sieht vor, dass das Fahrzeug im Jahr 2028 auf den Markt kommen soll. Bis dahin müssen die Ingenieure von Citroën und Stellantis das Konzept in ein fertiges Serienmodell überführen, das sowohl die gesetzlichen Sicherheitsnormen erfüllt als auch die versprochenen Kostenziele einhält. Es bleibt abzuwarten, welche technischen Anpassungen zwischen der aktuellen Studie und dem finalen Serienfahrzeug vorgenommen werden müssen, um die Balance zwischen dem angestrebten Preis von 15.000 Euro und der geforderten Alltagstauglichkeit zu wahren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-die-arbeitet-2582930/ · Foto: Athena Sandrini
Quelle: https://t3n.de/news/citroen-2cv-concept-ente-1767722/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed