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CEO: Apple-Chef Ternus bestimmt Design-Kurs
Schlagzeilen · 05.10.2026 08:15

CEO: Apple-Chef Ternus bestimmt Design-Kurs

Kurz: John Ternus prägt als neuer Apple-CEO das Produktdesign des Konzerns maßgeblich und füllt damit eine Lücke, die seit dem Abschied von Jony Ive bestand.

Ein neuer Kurs für die Ästhetik bei Apple

Seit dem offiziellen Amtsantritt von John Ternus als CEO von Apple zeichnet sich eine signifikante Veränderung in der internen Dynamik des Technologiekonzerns ab. Während sein Vorgänger Tim Cook den Fokus primär auf operative Exzellenz und die Skalierung des Unternehmens legte, scheint Ternus eine deutlich aktivere Rolle bei der Gestaltung der Hardware- und Software-Ästhetik einzunehmen. Dies markiert eine Zäsur, da Apple seit dem Weggang von Jony Ive im Jahr 2019 keine zentrale, gestalterische Führungspersönlichkeit mehr hatte, die als feste Stimme für das Produktdesign fungierte. Ternus, der ursprünglich aus dem Ingenieurwesen stammt, konzentriert sich nun intensiv auf den Bereich, den er am besten kennt und in dem er seine Stärken sieht. Beobachter und interne Quellen bestätigen, dass der neue CEO damit eine strukturelle Lücke füllt, die über Jahre hinweg für Unsicherheit in den kreativen Abteilungen gesorgt hatte. Durch seine direkte Einbindung in die kreativen Prozesse signalisiert Ternus, dass Design bei Apple wieder zur absoluten Priorität auf höchster Managementebene erhoben wurde, was eine Abkehr von der bisherigen, eher distanzierten Herangehensweise der Unternehmensführung darstellt.

Die Details der neuen Führungsstruktur

Die internen Veränderungen bei Apple sind weitreichend und betreffen die gesamte Hierarchie der Designabteilungen. Laut Berichten von Bloomberg unterstehen die Teams für industrielles Design und menschliche Schnittstellen nun direkt John Ternus. Dies ist eine bemerkenswerte Entwicklung, da nach dem Ausscheiden des ehemaligen COO Jeff Williams, der als Fertigungsspezialist ohne spezifischen Design-Hintergrund die Gruppen leitete, offiziell kommuniziert wurde, dass die Designteams direkt an Tim Cook berichten würden. In der gelebten Praxis hat jedoch Ternus die Kontrolle übernommen. Ein zentraler Aspekt dieser neuen Ära ist die physische Präsenz des CEOs im Design-Studio. Informanten zufolge sucht Ternus das Studio regelmäßig auf, teilweise mehrmals pro Woche oder sogar an einem einzigen Tag mehrfach. Dies steht in krassem Gegensatz zu den Arbeitsgewohnheiten von Tim Cook, der sich laut internen Aussagen meist nur einmal im Monat für etwa eine Stunde im Design-Studio blicken ließ. Diese hohe Frequenz der Besuche deutet auf ein tiefgreifendes Interesse an den Details der Produktentwicklung hin, das an die Arbeitsweise von Steve Jobs erinnert, der in seiner Zeit eine enge und symbiotische Beziehung zu Jony Ive pflegte.

Ein Rückblick auf die Jahre der Orientierungslosigkeit

Die Ära nach Jony Ive war für Apple von einer Phase der strukturellen Neuausrichtung geprägt, die nicht ohne Reibungsverluste verlief. Nach dem Weggang des legendären Chefdesigners im Jahr 2019 fehlte eine übergreifende Vision, die sowohl Hardware als auch Software harmonisch miteinander verband. Die Designteams für industrielle Gestaltung und menschliche Schnittstellen agierten über Jahre hinweg ohne eine gemeinsame Führung, was die Konsistenz der Produktlinie erschwerte. Jeff Williams, der als COO die Verantwortung trug, war zwar ein Experte für die Lieferkette und Fertigungsprozesse, konnte jedoch die kreative Lücke, die Ive hinterlassen hatte, nicht ausfüllen. Dieser Mangel an einer gestalterischen Leitfigur führte dazu, dass viele erfahrene Designer das Unternehmen verließen, was den Wissensverlust innerhalb der Designabteilungen weiter verschärfte. Die nun vollzogene Unterstellung unter John Ternus ist somit das Ergebnis einer längeren Suche nach einer Struktur, die sowohl die technische Machbarkeit als auch die ästhetische Vision des Unternehmens in Einklang bringt. Die Ernennung von Molly Anderson zur Leiterin für industrielles Design im Jahr 2024 sowie die Einstellung des belgischen Designers Julien Renault sind weitere Versuche, die personelle Stabilität in einem Bereich wiederherzustellen, der jahrelang durch Abgänge und interne Umstrukturierungen erschüttert wurde.

Die Akteure im Wandel

Die personelle Fluktuation an der Spitze des Apple-Designs war in den letzten Jahren beachtlich. Prominente Abgänge wie Alan Dye, der langjährige Leiter des Software-Designs, der zu Meta wechselte, und Evans Hankey, die als Nachfolgerin von Ive fungierte und später zu OpenAI ging, hinterließen große Lücken. Molly Anderson, die 2024 die Leitung des industriellen Designs übernahm, stand vor der Herausforderung, ein Team dieser Größenordnung zu führen, ohne zuvor eine vergleichbare Verantwortung innegehabt zu haben. An ihrer Seite agiert nun Steve Lemay, der die Nachfolge von Dye angetreten hat. Gemeinsam wurden sie bei der Präsentation des iPhone Duo als neue Design-Leitung vorgestellt. John Ternus selbst fungiert in diesem Gefüge als der strategische Kopf, der den Designern den Rücken freihält und gleichzeitig die Richtung vorgibt. Trotz seiner ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung gelingt es ihm offenbar, das Vertrauen des Studios zu gewinnen und dessen Position innerhalb des Konzerns zu stärken. Die Dynamik zwischen der neuen Design-Führung und dem CEO ist dabei entscheidend, um den hohen Qualitätsanspruch, für den Apple bekannt ist, in Zukunft wieder durchgängig zu gewährleisten.

Einordnung der neuen Führungskultur

Einzuordnen ist die aktuelle Entwicklung als Versuch von Apple, die kreative DNA des Unternehmens in einer neuen Ära zu bewahren. Den Berichten zufolge ist die verstärkte Präsenz von Ternus im Design-Studio als klares Signal zu verstehen, dass die Ästhetik wieder als zentraler Wettbewerbsvorteil begriffen wird. Während Tim Cook das Unternehmen erfolgreich durch eine Phase der massiven Skalierung und finanziellen Optimierung führte, scheint Ternus den Fokus wieder stärker auf das Produkt an sich zu legen. Diese Verschiebung ist ein notwendiger Schritt, um die Innovationskraft zu sichern, die in den vergangenen Jahren unter der rein operativen Führung zu leiden schien. Wenn Ternus tatsächlich die Rolle des übergreifenden Koordinators einnimmt, könnte dies die Design-Abteilungen von ihrer jahrelangen Orientierungslosigkeit befreien. Es bleibt jedoch einzuordnen, ob ein CEO mit technischem Hintergrund die notwendige künstlerische Intuition besitzt, um die ikonische Designsprache von Apple langfristig und überzeugend weiterzuentwickeln, oder ob es sich lediglich um eine effizientere Verwaltung des Status quo handelt.

Die verbleibenden Ungewissheiten

Trotz der aktiven Rolle, die John Ternus nun einnimmt, bleiben wesentliche Fragen offen, die der Quelltext nicht beantworten kann. Unklar ist beispielsweise, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Ternus und den neuen Design-Leitern langfristig auf die tatsächliche Formensprache der kommenden Produkte auswirken wird. Es ist nicht bekannt, ob Ternus eine eigene, unverwechselbare Design-Vision verfolgt oder ob er primär als Moderator zwischen den verschiedenen spezialisierten Teams fungiert. Auch die Frage, wie die Belegschaft im Design-Studio auf die ständige Überwachung durch den CEO reagiert, lässt sich aus den vorliegenden Informationen nicht abschließend klären. Während einige die Stärkung der Position des Studios begrüßen könnten, bleibt offen, ob die hohe Frequenz der Besuche als produktive Unterstützung oder als einengende Mikroverwaltung wahrgenommen wird. Zudem wird nicht explizit thematisiert, wie die langfristige Strategie für das Software-Design aussieht, da der Fokus des Berichts stark auf der industriellen Gestaltung liegt. Die genaue Abgrenzung der Kompetenzen zwischen Ternus und den operativen Leitern wie Anderson und Lemay bleibt ebenfalls in Teilen vage, was Raum für zukünftige interne Spannungen oder Synergien lässt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-apple-ii-computer-zur-ausstellung-37148213/ · Foto: Ruben Boekeloo
Quelle: https://www.golem.de/news/ceo-apple-chef-ternus-bestimmt-design-kurs-2610-213688.html