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Ältestes Kinder-und Jugendzentrum wiedereröffnet
Regional · 31.10.2026 17:22

Ältestes Kinder-und Jugendzentrum wiedereröffnet

Kurz: Nach vier Jahren Sanierung öffnet das Geschwister-Scholl-Haus in Bettenhausen wieder seine Türen als moderner Treffpunkt für Kinder und Jugendliche.

Ein Meilenstein für die Jugend in Bettenhausen

Am 31. Oktober 2026 feierte Kassel ein bedeutendes Ereignis für die soziale Infrastruktur des Stadtteils Bettenhausen. Mit einem feierlichen Eröffnungsfest wurde das Geschwister-Scholl-Haus offiziell wieder seiner Bestimmung übergeben. Als ältestes Kinder- und Jugendzentrum der Stadt blickt die Einrichtung auf eine lange Tradition zurück, die nun durch eine umfassende Sanierung und eine räumliche Erweiterung in die Zukunft geführt wird. Zahlreiche Gäste, darunter Vertreter der Stadtverwaltung und das engagierte pädagogische Team, kamen zusammen, um den Abschluss der rund vierjährigen Bauphase zu würdigen. Die Wiedereröffnung markiert das Ende einer Zeit, in der die pädagogische Arbeit in einer Interimsunterkunft fortgesetzt werden musste. Nun stehen den Kindern und Jugendlichen in Bettenhausen wieder modernisierte Räumlichkeiten zur Verfügung, die nicht nur die pädagogische Qualität steigern, sondern auch einen barrierefreien Zugang für alle jungen Menschen gewährleisten. Die Freude über den Abschluss dieses Großprojekts war bei allen Beteiligten deutlich spürbar, da das Haus seit Jahrzehnten eine zentrale Anlaufstelle für die Freizeitgestaltung und soziale Unterstützung der jungen Generation in diesem Stadtteil bildet.

Details zur baulichen Erneuerung und Investition

Die Sanierung des Geschwister-Scholl-Hauses war ein komplexes Unterfangen, das weit über eine bloße Renovierung hinausging. Über einen Zeitraum von vier Jahren wurde das Gebäude grundlegend modernisiert und energetisch auf den neuesten Stand gebracht, um den heutigen Anforderungen an eine zeitgemäße Kinder- und Jugendarbeit gerecht zu werden. Zu den markantesten baulichen Veränderungen zählen die Errichtung von zwei zusätzlichen Gruppenräumen sowie der Anbau einer großzügigen Küche, die direkt an eine Terrasse angrenzt und somit neue Möglichkeiten für gemeinsame Koch- und Essensprojekte bietet. Ein besonderes Augenmerk legten die Planer auf die Barrierefreiheit: Sowohl innerhalb des Gebäudes als auch bei den Zugängen wurden entsprechende Anpassungen vorgenommen, ergänzt durch barrierefreie Sanitäranlagen. Auch der Innen- und Außenbereich wurde grundlegend überarbeitet. Die Bewegungshalle wurde mit speziellen Soft-Wänden ausgestattet, um die Sicherheit bei sportlichen Aktivitäten deutlich zu erhöhen. Das Außengelände erhielt zudem eine Neugestaltung mit modernen Spielgeräten. Die Gesamtkosten für dieses umfassende Projekt beliefen sich auf etwa 3,1 Millionen Euro. Die Finanzierung wurde dabei auf eine solide Basis gestellt: Zwei Drittel der Mittel flossen aus der Städtebauförderung von Bund und Land, während die Stadt Kassel das restliche Drittel aus eigenen Mitteln beisteuerte.

Historischer Hintergrund und Kontinuität der Arbeit

Die Geschichte des Geschwister-Scholl-Hauses ist eng mit der sozialen Entwicklung von Bettenhausen verknüpft. Seit seiner Gründung im Jahr 1958 fungiert die Einrichtung als fester Ankerpunkt für Begegnung, Gemeinschaft und eine sinnvolle Freizeitgestaltung. Über fast sieben Jahrzehnte hinweg hat sich das Haus als unverzichtbarer Bestandteil der städtischen Jugendhilfe etabliert. Dass die Arbeit auch während der langjährigen Sanierungsphase nicht unterbrochen wurde, ist dem Einsatz des pädagogischen Teams zu verdanken. Durch den Umzug in das Untergeschoss der ehemaligen Osterholzschule als Interimsquartier konnte sichergestellt werden, dass die jungen Besucherinnen und Besucher auch während der Bauzeit einen festen Anlaufpunkt behielten. Diese Kontinuität war entscheidend, um den Kontakt zu den Jugendlichen nicht abreißen zu lassen und die gewachsenen Strukturen im Stadtteil aufrechtzuerhalten. Die nun abgeschlossene Modernisierung ist somit nicht als Neuanfang, sondern als konsequente Weiterentwicklung einer über Jahrzehnte bewährten pädagogischen Tradition zu verstehen, die nun in einer zeitgemäßen Umgebung fortgeführt werden kann.

Die Akteure hinter dem Angebot

Der Erfolg des Hauses basiert maßgeblich auf dem Engagement der handelnden Personen. Das pädagogische Team, bestehend aus Luisa Zlatunic, Sarah Nadgm-Araghi und Matthias Vogt, bildet das Herzstück der Einrichtung. Diese sozialpädagogisch ausgebildeten Fachkräfte sorgen nicht nur für den täglichen Betrieb, sondern fungieren auch als Ansprechpartner für persönliche Anliegen. Unterstützung bei schulischen Fragen, bei der Ausbildungssuche oder bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen gehören ebenso zu ihrem Portfolio wie die Beratung bei familiären Konflikten oder Beziehungsproblemen. Die Arbeit des Teams beschränkt sich dabei nicht nur auf die Räumlichkeiten des Hauses; sie sind auch mobil und aufsuchend im Stadtteil unterwegs und vernetzen sich eng mit anderen Akteuren in Bettenhausen. Auf politischer und administrativer Ebene begleiteten Bürgermeisterin und Jugenddezernentin Nicole Maisch sowie Stadtbaurätin Simone Fedderke das Projekt. Beide betonten bei der Eröffnung die Bedeutung der neuen Räume für die pädagogische Arbeit und lobten die verbesserte Barrierefreiheit als wichtigen Schritt für die Inklusion. Die Einbindung der Jugendlichen in die Planung und Weiterentwicklung der Angebote unterstreicht den demokratischen Anspruch, den das Team an seine tägliche Arbeit stellt.

Einordnung der pädagogischen Philosophie

Einzuordnen ist das Geschwister-Scholl-Haus als ein geschützter Raum, der explizit darauf ausgerichtet ist, jungen Menschen zwischen sechs und 21 Jahren unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Religionszugehörigkeit oder ihrem Geschlecht einen wertschätzenden Rahmen zu bieten. Den Berichten zufolge steht der offene Charakter der Einrichtung im Vordergrund: Die Angebote sind in der Regel kostenfrei und erfordern keine vorherige Anmeldung, was die Hemmschwelle für den Besuch deutlich senkt. Die pädagogische Arbeit zielt darauf ab, demokratische Werte nicht nur zu vermitteln, sondern im Alltag erlebbar zu machen. Dies geschieht durch die Förderung von Mitbestimmung, das gemeinsame Aufstellen von Regeln und eine konstruktive Konfliktkultur. Die Vielfalt der Angebote – von Billard und Tischkicker über Multimedia-Computer bis hin zu organisierten Gruppenaktivitäten wie Kochen oder Sport – dient dabei als Vehikel, um soziale Kompetenzen zu stärken. Die Einrichtung versteht sich somit als ein Ort der Persönlichkeitsentwicklung, an dem junge Menschen lernen, Verantwortung für sich und ihre Umgebung zu übernehmen, während sie gleichzeitig in einem sicheren Umfeld ihre Freizeit gestalten können.

Offene Fragen und Perspektiven

Obwohl die Sanierung abgeschlossen ist und das Haus wieder zur Verfügung steht, bleiben einige Aspekte in der öffentlichen Kommunikation unbeantwortet. So geht aus dem vorliegenden Quelltext nicht hervor, welche spezifischen Kapazitätsgrenzen das Gebäude nun nach der Erweiterung hat oder wie hoch die durchschnittliche Besucherzahl vor der Schließung war. Ebenso bleibt offen, ob die neuen Räume auch für externe Gruppen oder für Veranstaltungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten zur Verfügung stehen werden. Auch zum genauen Zeitplan der weiteren Ausgestaltung der Außenanlagen oder zu möglichen Folgekosten für den Betrieb der modernisierten Technik finden sich keine detaillierten Angaben. Zudem wird nicht explizit thematisiert, ob die Interimsunterkunft in der ehemaligen Osterholzschule nun endgültig aufgegeben wurde oder ob dort noch Restaktivitäten stattfinden. Diese Details zur langfristigen operativen Planung bleiben somit der internen Verwaltung oder zukünftigen Berichten vorbehalten. Dennoch ist der Rahmen für den Neustart klar definiert: Ab Montag, dem 2. November, steht das Haus wieder zu den regulären Zeiten von 14.30 Uhr bis 20.30 Uhr für die Zielgruppe der Sechs- bis 21-Jährigen offen, womit die wichtigste Weichenstellung für die unmittelbare Zukunft bereits getroffen wurde.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-wahrzeichen-reise-reisen-21966710/ · Foto: Wolfgang Weiser
Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/oktober/neues-geschwister-scholl.php