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Neuer Rekord: Über 369.000 Kilometer beim Stadtradeln 2026
Regional · 09.10.2026 12:28

Neuer Rekord: Über 369.000 Kilometer beim Stadtradeln 2026

Kurz: Die Stadt Kassel verzeichnet beim diesjährigen STADTRADELN einen neuen Rekord: Über 369.000 Kilometer wurden für den Klimaschutz erradelt.

Ein neuer Meilenstein für die Kasseler Radkultur

Die Stadt Kassel blickt auf eine äußerst erfolgreiche Teilnahme an der bundesweiten Kampagne STADTRADELN zurück. Im Zeitraum vom 7. bis zum 27. September 2026 haben sich 2.304 aktive Radfahrerinnen und Radfahrer in insgesamt 61 Teams zusammengefunden, um ein deutliches Zeichen für den Klimaschutz und eine nachhaltige Mobilität zu setzen. Das Ergebnis ist beeindruckend: Gemeinsam wurden 369.727 Kilometer auf dem Fahrrad zurückgelegt. Dies entspricht einer Steigerung von rund 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in dem 312.889 Kilometer verzeichnet wurden. Die Aktion, die bereits zum elften Mal stattfand, zeigt eindrucksvoll, wie stark das Fahrrad als Fortbewegungsmittel im städtischen Alltag verankert ist. Durch den bewussten Umstieg vom Pkw auf das Fahrrad konnten in diesem Jahr rund 61 Tonnen CO₂ vermieden werden, was eine deutliche Verbesserung gegenüber den 51 Tonnen aus dem Jahr 2025 darstellt. Die Stadt Kassel unterstreicht damit ihre Rolle als engagierte Teilnehmerin im Klima-Bündnis und festigt ihre Position als fahrradfreundliche Kommune.

Detailreiche Analyse der Fahrdaten und Leistungen

Die statistische Auswertung der diesjährigen Kampagne liefert spannende Einblicke in das Mobilitätsverhalten der Kasseler Bevölkerung. Besonders hervorzuheben ist die Zunahme der protokollierten Wege: Mit 42.666 Einzelfahrten stieg die Anzahl gegenüber dem Vorjahr, in dem 27.679 Fahrten gezählt wurden, um beachtliche 54 Prozent. Interessanterweise verkürzte sich dabei die durchschnittliche Streckenlänge pro Fahrt von etwa 11,3 Kilometern auf rund 8,7 Kilometer. Dies deutet darauf hin, dass das Fahrrad vermehrt für kürzere, alltägliche Erledigungen genutzt wird. Auch die individuelle Leistung hat sich positiv entwickelt: Im Durchschnitt legte jeder Teilnehmende 197 Kilometer zurück, was einem Anstieg von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 188,5 Kilometern entspricht. Besonders aktiv zeigten sich die 15- bis 24-Jährigen, die ihre Leistung auf durchschnittlich 204,7 Kilometer steigerten. Ein bemerkenswerter Wert findet sich zudem bei den 75- bis 84-Jährigen, die mit 505,1 Kilometern pro Kopf den höchsten Wert erreichten, was jedoch auch auf eine kleinere, besonders engagierte Stichprobe zurückzuführen ist.

Hintergrund und Zielsetzung der Kampagne

Das STADTRADELN sowie das begleitende Schulradeln sind Initiativen des Klima-Bündnisses, die darauf abzielen, die Bürgerinnen und Bürger nachhaltig für das Radfahren im Alltag zu begeistern. Die Kampagne dient nicht nur dazu, individuelle Kilometer zu sammeln, sondern rückt auch die notwendige Radverkehrsinfrastruktur in das Zentrum der öffentlichen Debatte. Durch die messbaren Erfolge soll verdeutlicht werden, dass eine fahrradfreundliche Stadtpolitik direkt zur Erreichung lokaler und globaler Klimaschutzziele beiträgt. Die elfte Auflage in Kassel hat gezeigt, dass das Konzept funktioniert und die Menschen motiviert, das Auto stehen zu lassen. Der Erfolg basiert dabei auf einer breiten Beteiligung aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, von Schulen über Betriebe bis hin zu privaten Initiativen. Die Stadt Kassel nutzt diese Datenbasis, um den Fortschritt der Radkultur zu dokumentieren und den Stellenwert des Radverkehrs in der Stadtplanung weiter zu untermauern. Es geht darum, das Fahrrad als festen Bestandteil der städtischen Identität zu etablieren.

Die Akteure und ihre sportliche Bilanz

Ein zentraler Motor der diesjährigen Aktion war das sportliche Engagement der Kasseler Schulen, die das Gesamtranking dominierten. Das Wilhelmsgymnasium Kassel sicherte sich mit einer herausragenden Leistung von 118.067 Kilometern den Gesamtsieg und durchbrach damit erstmals die 100.000er-Marke. Der Vorjahressieger, das Friedrichsgymnasium Kassel, erreichte mit 92.053 Kilometern einen ebenfalls beachtlichen zweiten Platz. Allein diese beiden Institutionen trugen über 210.000 Kilometer zum Gesamtergebnis bei. Neben den Schulen glänzten auch andere Akteure: Das Team des ADFC Stadt und Land e.V. belegte mit 19.309 Kilometern den dritten Rang, gefolgt von der Stadtverwaltung Kassel (17.106 km) und der Gesundheit Nordhessen (10.728 km). Im gesonderten Schulradeln-Ranking komplettierten die Albert-Schweitzer-Schule, die Heinrich-Schütz-Schule und die Elisabeth-Knipping-Schule die Top 5. Stadtklimarätin Simone Fedderke lobte ausdrücklich den Einsatz aller Radelnden, der Koordinatoren in den Betrieben und Initiativen sowie der Schülerinnen und Schüler für ihren Beitrag zum Klimaschutz.

Einordnung der Ergebnisse und symbolische Dimension

Die erzielten 369.727 Kilometer lassen sich zur Veranschaulichung in eine globale Perspektive setzen. Da Kassel auf dem 51,3. Breitengrad liegt, kann man die Gesamtleistung in Bezug zur Erdumrundung auf diesem Breitengrad setzen, die etwa 25.000 Kilometer beträgt. Rechnerisch haben die Kasseler Radelnden die Erde auf diesem Breitengrad somit fast 15-mal umrundet. Einzuordnen ist das Ergebnis als starkes Signal für die Verkehrswende. Die deutliche Zunahme an Einzelfahrten bei gleichzeitig kürzeren Strecken deutet darauf hin, dass die Hemmschwelle für den Umstieg auf das Rad im Alltag gesunken ist. Den Berichten zufolge ist das Radfahren fest im Alltag der Stadt verankert. Die Steigerung der CO₂-Einsparung von 51 auf 61 Tonnen unterstreicht zudem den ökologischen Nutzen der Aktion. Die Zahlen belegen, dass die Kampagne nicht nur ein sportliches Event ist, sondern einen messbaren Beitrag zur Reduktion von Emissionen leistet, der über die drei Aktionswochen hinaus als Impuls für ein umweltfreundlicheres Mobilitätsverhalten wirken kann.

Offene Fragen und verbleibende Lücken

Obwohl die Bilanz des STADTRADELNS 2026 detaillierte Einblicke in die sportlichen Leistungen und die CO₂-Bilanz gibt, bleiben einige Aspekte unbeantwortet. So geht aus dem vorliegenden Quelltext nicht hervor, welche spezifischen Maßnahmen oder Anreize der Stadtverwaltung oder der Schulen konkret zu dem massiven Zuwachs bei den Einzelfahrten geführt haben. Auch bleibt unklar, inwieweit die verbesserte Infrastruktur – etwa neue Radwege oder Abstellanlagen – einen direkten Einfluss auf die Steigerung der Kilometerleistung hatte. Zudem fehlen Informationen darüber, wie viele der Teilnehmenden auch nach dem Ende der Kampagne dauerhaft auf das Fahrrad umgestiegen sind oder ob es sich primär um einen temporären Effekt während des Aktionszeitraums handelt. Auch die genaue Methodik der CO₂-Berechnung wird nicht weiter spezifiziert. Es bleibt offen, welche langfristigen Strategien die Stadt Kassel aus diesen Daten ableitet, um den Trend auch außerhalb des Wettbewerbszeitraums zu verstetigen und die Radverkehrsinfrastruktur gezielt an den Bedürfnissen der Radelnden auszurichten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/waldkirch-am-morgen-21358190/ · Foto: Horst Dreisbach
Quelle: https://www.kassel.de/pressemitteilungen/oktober/bilanz-stadtradeln-2026.php