Was geschehen ist – die Kernmeldung
Der IT Summit 2026 widmet sich einem der drängendsten Themen der modernen Informationstechnologie: der digitalen Souveränität. Angesichts einer zunehmenden Abhängigkeit von großen US-amerikanischen Technologiekonzernen und deren Plattformen – etwa in den Bereichen Cloud-Dienste, Office-Software und KI-Lösungen – stellt sich für viele Unternehmen und öffentliche Institutionen die Frage nach tragfähigen Alternativen. Die Konferenz, die von der iX-Redaktion kuratiert wird, bietet hierfür eine Plattform, auf der Experten aus der Praxis bewährte Lösungswege aufzeigen. Ziel der Veranstaltung ist es, konkrete Strategien zu vermitteln, wie sich Organisationen aus der sogenannten „Vendor Lock-in“-Falle befreien können, ohne dabei die Leistungsfähigkeit ihrer IT-Systeme zu opfern. Die Veranstaltung findet am 24. und 25. November im Nemetschek Haus in München statt und richtet sich an Entscheider, IT-Strategen und Fachkräfte, die an einer nachhaltigen und unabhängigen IT-Architektur arbeiten möchten. Dabei wird der Fokus nicht nur auf theoretische Konzepte gelegt, sondern explizit auf die praktische Umsetzbarkeit und die Erfahrungen aus bereits realisierten Projekten in verschiedenen Sektoren.
Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Orte
Das Programm des IT Summit 2026 umfasst eine Vielzahl an Fachvorträgen und Praxisberichten. Ein herausragendes Beispiel ist die Evangelische Kirche im Rheinland, die ihren souveränen, nutzerzentrierten Open-Source-Arbeitsplatz für über 17.000 Mitarbeitende vorstellt. Im Bereich der Cloud-Technologien erläutert Martin Bierwirth vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) den Kriterienkatalog C3A sowie den kommenden Cloud and AI Development Act (CADA) der EU-Kommission. Jörn Petereit präsentiert zudem den „Sovereign Cloud Compass“, ein Open-Source-Tool zur Bewertung der Souveränität von Cloud-Angeboten. Im Sektor der Künstlichen Intelligenz demonstriert die Finanz Informatik den DSGVO-konformen Einsatz lokal betriebener KI-Modelle für 200.000 Arbeitsplätze in den Sparkassen. Barbara Engels vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln beleuchtet die ökonomische Komponente und analysiert die tatsächlichen Kosten digitaler Abhängigkeit. Zur Resilienz und Ausfallsicherheit sprechen Ralf Kleinfeld, CISO bei OTTO, sowie Jutta Horstmann über Notfallkonzepte. Jakob Decker von KeenGen Solutions ergänzt dies durch Strategien zur Absicherung gegen M365-Störungen. Menzel IT berichtet über die praktische Migration von VMware zu Proxmox. Den zweiten Tag eröffnet Thomas Jarzombek, parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium, mit einer Keynote zur strategischen Relevanz der Unabhängigkeit für den europäischen Binnenmarkt.
Hintergrund – Der Weg zur Veranstaltung
Die Notwendigkeit, über digitale Souveränität zu diskutieren, ist das Ergebnis einer jahrelangen Entwicklung, in der sich Unternehmen und staatliche Stellen zunehmend in Abhängigkeiten von wenigen, meist US-amerikanischen Anbietern begeben haben. Dienste wie Microsoft 365, VMware oder verschiedene Cloud-Infrastrukturen (AWS) sind zum Standard geworden, bringen jedoch das Risiko mit sich, dass die Kontrolle über Daten, Prozesse und die technologische Ausrichtung eingeschränkt wird. Diese Konferenz ist eine Reaktion auf die wachsende Sorge vor einem Kontrollverlust und die rechtlichen Unsicherheiten, die mit der Nutzung solcher Plattformen einhergehen. Die iX-Redaktion hat das Programm so kuratiert, dass es die gesamte Bandbreite der IT-Landschaft abdeckt – von der Desktop-Umgebung über die Cloud-Infrastruktur bis hin zur spezialisierten KI-Anwendung. Es ist ein Versuch, das Wissen aus verschiedenen Branchen zu bündeln, um eine kritische Masse an Anwendern zu erreichen, die bereit sind, in alternative, souveräne Technologien zu investieren. Die Veranstaltung baut dabei auf dem wachsenden Bewusstsein auf, dass digitale Souveränität kein bloßes Schlagwort ist, sondern eine Grundvoraussetzung für langfristige Stabilität und Sicherheit in einer global vernetzten, aber politisch volatilen Weltwirtschaft.
Die Beteiligten – Institutionen und Akteure
Die Liste der Referenten und Institutionen auf dem IT Summit 2026 ist breit gefächert und deckt sowohl die öffentliche Hand als auch die Privatwirtschaft ab. Von staatlicher Seite ist das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vertreten, das durch Martin Bierwirth die regulatorischen Rahmenbedingungen und Kriterienkataloge erläutert. Politische Unterstützung erfährt die Veranstaltung durch Thomas Jarzombek, der als parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium die strategische Bedeutung des Themas für Europa betont. Auf betrieblicher Ebene geben namhafte Organisationen wie die Finanz Informatik, die für die IT der Sparkassen verantwortlich ist, und die Evangelische Kirche im Rheinland Einblicke in ihre IT-Strategien. Auch die Wissenschaft und Forschung sind durch das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln präsent, welches die ökonomischen Aspekte analysiert. Die technische Expertise wird durch Experten wie Jutta Horstmann, Ralf Kleinfeld von OTTO sowie Vertreter von KeenGen Solutions und Menzel IT eingebracht. Diese Mischung aus Regulierungsbehörden, Anwendern aus großen Organisationen und spezialisierten Dienstleistern stellt sicher, dass die Diskussionen auf einem fundierten Fundament stehen und sowohl strategische als auch technische Perspektiven berücksichtigen.
Einordnung – Was das bedeutet
Einzuordnen ist der IT Summit 2026 als ein deutliches Signal der IT-Branche, dass die Abhängigkeit von globalen Tech-Giganten zunehmend als geschäftskritisches Risiko wahrgenommen wird. Den Berichten zufolge ist die Suche nach Alternativen kein rein ideologisches Unterfangen, sondern eine ökonomische Notwendigkeit. Die Kosten der Abhängigkeit, die Barbara Engels vom Institut der deutschen Wirtschaft thematisiert, dürften dabei eine zentrale Rolle spielen. Die Veranstaltung verdeutlicht, dass Souveränität heute bedeutet, die Kontrolle über die eigene IT-Infrastruktur zurückzugewinnen, ohne auf moderne Funktionen verzichten zu müssen. Dies wird besonders durch das Beispiel der Finanz Informatik deutlich, die zeigt, dass selbst hochsensible Bereiche wie der Bankensektor durch lokale KI-Modelle souverän agieren können. Die Konferenz fungiert somit als Katalysator für einen Wandel hin zu einer „europäischen IT-Kultur“, die auf Open Source und Interoperabilität setzt. Es ist ein Versuch, den europäischen Binnenmarkt resilienter gegen externe Schocks oder einseitige Preis- und Lizenzpolitik internationaler Anbieter zu machen. Die strategische Relevanz, die Thomas Jarzombek hervorhebt, unterstreicht den hohen politischen Stellenwert dieses Vorhabens.
Offene Fragen – Was noch geklärt werden muss
Obwohl der IT Summit 2026 eine Vielzahl an Themen abdeckt, bleiben einige Fragen im Quelltext unbeantwortet. So wird beispielsweise nicht explizit dargelegt, wie die langfristige Finanzierung der vorgestellten Open-Source-Alternativen im Vergleich zu den etablierten kommerziellen Produkten aussieht. Während die ökonomische Analyse von Barbara Engels angekündigt ist, bleibt offen, ob es allgemeingültige Benchmarks gibt, die Unternehmen bei der Entscheidung für oder gegen einen Wechsel helfen können. Auch die Frage nach dem notwendigen Fachpersonal, das für die Verwaltung solch komplexer, souveräner Infrastrukturen erforderlich ist, wird im Quelltext nicht detailliert adressiert. Es bleibt zudem unklar, wie die Schnittstellen zwischen den verschiedenen souveränen Lösungen – etwa zwischen Cloud-Infrastruktur und KI-Anwendungen – in der Praxis nahtlos funktionieren sollen. Die konkrete Skalierbarkeit der vorgestellten Lösungen für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) wird ebenfalls nicht explizit thematisiert, da der Fokus primär auf großen Organisationen und öffentlichen Institutionen liegt. Diese Aspekte dürften jedoch im Rahmen der Praxisberichte und des Austauschs auf der Konferenz eine zentrale Rolle spielen.
Wie es weitergeht – Ausblick auf den IT Summit
Der IT Summit 2026 ist als zweitägige Veranstaltung konzipiert, die am 24. und 25. November im Nemetschek Haus in München stattfindet. Das Programm ist bereits von der iX-Redaktion kuratiert worden und steht auf der offiziellen Website zur Verfügung. Ein wesentlicher Teil des Konzepts ist das Get-together am Abend des ersten Konferenztages, das den Teilnehmenden die Möglichkeit zum direkten Austausch mit den Referenten bietet. Dies ist ein entscheidender Termin für alle, die über die Vorträge hinaus tiefergehende Kontakte knüpfen möchten. Nach der Konferenz wird sich zeigen, inwieweit die vorgestellten Konzepte, wie der „Sovereign Cloud Compass“ oder die Ansätze der Finanz Informatik, in weiteren Unternehmen Adaption finden. Die angekündigten regulatorischen Entwicklungen, wie der Cloud and AI Development Act (CADA) der EU-Kommission, werden zudem den Rahmen für zukünftige IT-Entscheidungen in Europa maßgeblich beeinflussen. Die Teilnehmer der Konferenz werden somit nicht nur mit theoretischem Wissen, sondern mit konkreten Handlungsempfehlungen für ihre IT-Strategien der kommenden Jahre ausgestattet, wobei die Umsetzung in den jeweiligen Organisationen individuell zu planen bleibt.