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BBL: Alba Berlin verliert auch gegen Bamberg
Sport · 03.10.2026 21:23

BBL: Alba Berlin verliert auch gegen Bamberg

Kurz: Alba Berlin steckt in der Krise: Nach der Niederlage beim FC Bayern verliert der Basketball-Meister auch gegen die Bamberg Baskets mit 83:98.

Ein ernüchternder Abend in der Hauptstadt

Der deutsche Basketballmeister Alba Berlin hat einen weiteren Rückschlag in der laufenden BBL-Saison hinnehmen müssen. Am Samstagabend unterlag das Team vor einer beeindruckenden Kulisse von 9.060 Zuschauern in der heimischen Arena den Bamberg Baskets deutlich mit 83:98. Nachdem die Berliner bereits in der Vorwoche eine herbe Niederlage beim FC Bayern München verkraften mussten, markiert dieses Ergebnis die zweite Pleite in Serie. Dabei war die Mannschaft mit zwei Siegen in die Spielzeit gestartet, doch dieser positive Trend ist vorerst gestoppt. Die Partie gegen den Pokalsieger aus Bamberg offenbarte dabei eklatante Schwächen im Spielaufbau und in der Defensive, die den Berlinern über weite Strecken der Begegnung das Genick brachen. Besonders der katastrophale Auftakt in die Partie verhinderte, dass die Berliner jemals wirklich die Kontrolle über das Geschehen erlangen konnten. Trotz einer kämpferischen Einstellung in der zweiten Spielhälfte reichte es am Ende nicht, um den Rückstand gegen die offensivstarken Gäste entscheidend zu verkürzen, was die aktuelle Krise des amtierenden Meisters weiter verschärft.

Die statistische Aufarbeitung der Niederlage

Ein Blick auf die nackten Zahlen verdeutlicht die Probleme, mit denen Trainer Pedro Calles und sein Team zu kämpfen hatten. Mit einem Halbzeitstand von 39:46 liefen die Berliner bereits früh einem Rückstand hinterher. Besonders auffällig war die Offensivschwäche in den ersten neun Minuten, in denen lediglich zwei erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe zu verzeichnen waren. Fehlwürfe und Ballverluste prägten das Bild, was dazu führte, dass der Rückstand bereits im ersten Viertel zweistellige Ausmaße annahm und zu Beginn des zweiten Abschnitts gar auf 15 Punkte (17:32) anwuchs. Als beste Werfer auf Seiten der Berliner zeichneten sich Jack Kayil und Joe Wieskamp aus, die jeweils 16 Punkte zum Endergebnis beisteuerten. Trotz einer zwischenzeitlichen Aufholjagd, bei der der Abstand auf fünf Zähler verkürzt werden konnte, antworteten die Bamberger mit einem 8:0-Lauf und stellten den alten Abstand wieder her. Die Berliner kamen in der Folge nicht näher als auf drei Punkte an den Gegner heran, was die spielerische Unterlegenheit an diesem Abend unterstreicht.

Personelle Engpässe und taktische Defizite

Die personelle Situation bei Alba Berlin gestaltete sich vor der Partie schwierig, da Trainer Pedro Calles auf zwei wichtige Akteure verzichten musste. Das Fehlen von Martin Hermannsson und Norris Agbakoko riss spürbare Lücken in den Kader, die das Team nicht kompensieren konnte. Besonders das Fehlen eines etatmäßigen Centers auf dem Feld wirkte sich verheerend auf das Defensivverhalten aus. Die eklatante Reboundschwäche, die sich durch das gesamte Spiel zog, war eine direkte Folge dieser personellen Ausfälle. Ohne die nötige physische Präsenz unter den Körben konnten die Berliner die Bamberger nicht entscheidend unter Druck setzen, was den Gästen erlaubte, ihr Spiel aufzuziehen und vor allem aus der Distanz immer wieder erfolgreich zu sein. Die taktische Marschroute von Calles, die auf eine schnellere Offensive ausgelegt war, scheiterte an der mangelnden Trefferquote und der fehlenden Stabilität in der Verteidigung, was den Berlinern den Rhythmus raubte und sie in eine defensive Schockstarre versetzte.

Einordnung der aktuellen sportlichen Lage

Einzuordnen ist das Ergebnis als deutliches Warnsignal für den amtierenden Meister. Nach dem vielversprechenden Saisonstart mit zwei Siegen scheint das Team nun in ein tiefes Loch gefallen zu sein. Den Berichten zufolge war die Leistung über weite Phasen der Partie als schwach zu bewerten. Dass man nach der Niederlage in München nun auch gegen Bamberg das Nachsehen hatte, deutet darauf hin, dass die Mannschaft derzeit mit ihrer Identität und ihrem Rhythmus ringt. Besonders die Tatsache, dass man trotz einer kämpferischen Einstellung in der zweiten Hälfte den Rückstand nicht nachhaltig drehen konnte, zeigt, dass das Team aktuell nicht in der Lage ist, auf hohem Niveau über 40 Minuten konstant zu agieren. Die defensive Instabilität, gepaart mit der Abhängigkeit von einzelnen Leistungsträgern, macht das Spiel der Berliner derzeit ausrechenbar. Es bleibt abzuwarten, wie das Trainerteam auf diese Phase reagieren wird, um die spielerische Leichtigkeit der ersten Saisonwochen zurückzugewinnen und die taktischen Defizite in der Reboundarbeit abzustellen.

Offene Fragen und der weitere Ausblick

Der vorliegende Bericht lässt einige Fragen offen, die für die weitere sportliche Entwicklung von Alba Berlin von entscheidender Bedeutung sind. So bleibt unklar, wie lange die verletzten Spieler Martin Hermannsson und Norris Agbakoko dem Team noch fehlen werden und ob der Verein auf dem Transfermarkt nachlegen muss, um die Lücke auf der Center-Position dauerhaft zu schließen. Auch die Frage, ob Trainer Pedro Calles seine taktische Ausrichtung aufgrund der aktuellen Reboundprobleme grundlegend anpassen wird, bleibt unbeantwortet. Ebenso wenig ist bekannt, wie die Verantwortlichen im Verein die aktuelle sportliche Talfahrt bewerten und welche internen Maßnahmen zur Stabilisierung der Mannschaft geplant sind. Für Alba Berlin stehen nun die kommenden Trainingseinheiten im Fokus, um die Fehleranalyse voranzutreiben. Es bleibt zu beobachten, ob die Mannschaft in den nächsten Begegnungen wieder zu ihrer gewohnten Stärke zurückfinden kann oder ob sich die Krise in der BBL weiter zuspitzt. Der Druck auf das Team wächst, da nach zwei Niederlagen in Folge die Erwartungshaltung an den Meister nun deutlich gestiegen ist, in den kommenden Spielen wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/berliner-mauer-mit-graffiti-im-urbanen-umfeld-37375941/ · Foto: Travel with Lenses
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/rbb/rbb-bbl-alba-berlin-verliert-auch-gegen-bamberg-100.html