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2. Liga: Hannover 96 und FC St. Pauli mit Remis - Wagner wartet weiter auf ersten Sieg
Sport · 17.10.2026 22:23

2. Liga: Hannover 96 und FC St. Pauli mit Remis - Wagner wartet weiter auf ersten Sieg

Kurz: Hannover 96 und der FC St. Pauli trennen sich im Nordduell mit einem 1:1. Für den neuen 96-Trainer Sandro Wagner bleibt der erste Sieg weiter aus.

Ein intensives Nordduell ohne Sieger

Das Aufeinandertreffen zwischen Hannover 96 und dem FC St. Pauli am Samstagabend bot den Zuschauern ein hochintensives Fußballspiel, das letztlich mit einem leistungsgerechten 1:1-Unentschieden endete. Für die Niedersachsen markierte diese Partie den zweiten Einsatz unter der Leitung des neuen Cheftrainers Sandro Wagner, doch ein erhoffter Befreiungsschlag blieb aus. Hannover 96 steckt damit weiterhin in der unteren Tabellenhälfte der 2. Fußball-Bundesliga fest und wartet unter dem neuen Übungsleiter noch immer auf den ersten dreifachen Punktgewinn. Die Begegnung war geprägt von taktischer Disziplin, aber auch von einer gewissen spielerischen Kompliziertheit auf beiden Seiten, die verhinderte, dass einer der Kontrahenten als Sieger vom Platz ging. Während die Hamburger ihre Serie ohne Niederlage ausbauen konnten, verpassten die Gastgeber den dringend benötigten Anschluss an das gesicherte Tabellenmittelfeld. Die Atmosphäre im Stadion war von hoher Energie geprägt, was auch Trainer Wagner in seiner Analyse hervorhob, wenngleich das spielerische Ergebnis für die ambitionierten Hannoveraner ernüchternd ausfiel.

Die spielentscheidenden Details und Akteure

Die Partie nahm kurz vor der Pause Fahrt auf, als Abdoulie Ceesay in der ersten Minute der Nachspielzeit (45.+1) die Führung für den FC St. Pauli erzielte. Vorausgegangen war eine Flanke von Louis Oppie, die von der 96-Defensive nur unzureichend verteidigt wurde. Nach dem Seitenwechsel gelang Husseyn Chakroun in der 48. Minute der verdiente Ausgleich. Der 21-Jährige verwertete einen Ball, der nach einem Zweikampf zwischen Benjamin Källman und Lars Ritzka zu ihm prallte. Zuvor hatte Chakroun bereits in der neunten Minute gejubelt, doch sein Treffer wurde nach Intervention des Video-Assistenten wegen einer hauchzarten Abseitsstellung von Källman annulliert. Auf Seiten der Gäste verzeichnete zudem Arkadiusz Pyrka in der 65. Minute eine Großchance, die von 96-Torhüter Leo Weinkauf entschärft wurde. Ceesay traf in der 73. Minute zudem den Pfosten. Bei Hannover scheiterten in der Schlussphase Källman (80.), Stefan Teitur Thordarson (83.) und Boris Tomiak (84.) mit weiteren Versuchen, das Spiel für die Niedersachsen zu entscheiden.

Der Weg zum Remis und die Vorgeschichte

Die Ausgangslage vor der Partie war für beide Vereine unterschiedlich. Während St. Pauli mit einer soliden Serie von vier ungeschlagenen Spielen in die Begegnung ging, befand sich Hannover 96 in einer Phase des Umbruchs. Der Trainerwechsel zu Sandro Wagner sollte neue Impulse setzen, doch die Mannschaft hinkt mit nun acht Zählern ihren eigenen Ansprüchen deutlich hinterher. St. Pauli hingegen festigte mit elf Punkten seine Position. Der Spielverlauf spiegelte die aktuelle Verfassung beider Teams wider: St. Pauli wirkte unter Trainer Marcel Rapp insgesamt abgeklärter und reifer, während Hannover vor allem durch intensives Pressing zu überzeugen versuchte. Die Hamburger lauerten geschickt auf Umschaltmomente, agierten dabei jedoch phasenweise zu unpräzise. Die Hannoveraner wiederum ließen sich durch den VAR-Entscheid in der ersten Halbzeit nicht entmutigen, konnten aber aus ihren Druckphasen zu selten zwingende Torchancen kreieren, da sie den Ball oft zu kompliziert durch die eigenen Reihen spielten.

Akteure und Stimmen zum Spiel

Die Protagonisten auf dem Platz und an der Seitenlinie zeigten sich nach dem Abpfiff differenziert. Sandro Wagner betonte im Gespräch mit dem NDR die positive Reaktion seiner Mannschaft nach dem Rückstand und lobte die Energie zwischen den Spielern und den Anhängern. Auf Seiten der Gäste äußerte sich Kapitän David Nemeth, der das Ergebnis als ausgeglichen bewertete, sich jedoch über die verpassten Chancen ärgerte. Er bezeichnete das Resultat als ein Gefühl, das sich "komisch" anfühle, da mehr möglich gewesen wäre. Lobende Worte fand er für die Stabilität seiner Defensive, die über weite Strecken des Spiels sicher stand. Trainer Marcel Rapp, der die Hamburger Mannschaft taktisch gut eingestellt hatte, sah ein Spiel, in dem beide Teams ihre Phasen der Dominanz hatten, aber auch beide an der eigenen Kompliziertheit im letzten Drittel scheiterten. Die Schiedsrichter und das VAR-Team spielten durch die beiden Abseitsentscheidungen bei den Toren von Chakroun eine zentrale Rolle im Spielgeschehen.

Einordnung der sportlichen Situation

Einzuordnen ist das Unentschieden als ein Resultat, das den aktuellen Leistungsstand beider Mannschaften widerspiegelt. Den Berichten zufolge war Hannover 96 zwar bemüht, den Druck auf die Gäste zu erhöhen, doch die mangelnde Effizienz vor dem Tor verhinderte den Sieg. Dass der Ausgleich durch Chakroun erst nach einer VAR-Prüfung zählte, unterstreicht die knappen Abstände in dieser Partie. Für St. Pauli ist der Punktgewinn ein weiterer Schritt in einer stabilen Phase, während Hannover weiterhin auf der Suche nach der spielerischen Konstanz ist. Die Tatsache, dass beide Teams Aluminium-Treffer verzeichneten, zeigt, dass das Spiel auch in eine andere Richtung hätte kippen können. Die defensive Stabilität, die Nemeth hervorhob, war für St. Pauli der Schlüssel, um gegen das aggressive Pressing der Hannoveraner zu bestehen. Hannover hingegen muss sich vorwerfen lassen, trotz des hohen Aufwands die spielerische Leichtigkeit vermissen zu lassen, um das gegnerische Abwehrbollwerk konsequenter zu durchbrechen.

Offene Fragen und die sportliche Zukunft

Der Quelltext lässt einige Fragen unbeantwortet, insbesondere im Hinblick auf die langfristige taktische Ausrichtung unter Sandro Wagner. Es bleibt offen, wie der Trainer die Offensive in den kommenden Trainingseinheiten justieren will, um die "zu komplizierte" Spielweise abzustellen. Auch die personelle Situation, etwa ob es Verletzungen oder taktische Umstellungen für die kommenden Partien gibt, wird nicht weiter detailliert. Wie es weitergeht, ist hingegen klar terminiert: Hannover 96 steht vor einer wegweisenden Aufgabe. Am kommenden Sonntag treten die Niedersachsen zum Derby in Braunschweig an, eine Partie, die für die Stimmung im Umfeld von enormer Bedeutung ist. Der FC St. Pauli muss sich bereits früher beweisen: Die Hamburger sind am Freitagabend bei Darmstadt 98 zu Gast. Beide Teams stehen unter Druck, ihre jeweiligen Ziele – sei es der Anschluss an die Tabellenspitze oder die Stabilisierung im Mittelfeld – in den kommenden Begegnungen konsequenter zu verfolgen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-feld-sport-ball-18799094/ · Foto: Omar Tube
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/ndr/zweite-liga-spielbericht-hannover-96-fc-st-pauli,nordduell-332.html