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Hilfe für Straßenkinder in Freetown
Ehemaliger Trierer Stadtbus im Einsatz für Straßenkinder in Sierra Leone
Wenn der bunt bemalte Bus des Projektes „Don Bosco Fambul“ durch die Stadt Freetown in Sierra Leone rollt, wissen die Straßenkinder, dass sie dort Hilfe bekommen. Sie können lesen und schreiben lernen, erhalten eine warme Mahlzeit und medizinische Versorgung. Die Jungen und Mädchen können sich nur schwer vorstellen, wo das knapp 5.000 Kilometer entfernte Trier liegt, aber sie sind unendlich dankbar für die Chance, die ihnen durch die Hilfe aus Deutschland gegeben wird. Das hat der aus Aach bei Trier stammende Salesianerbruder Lothar Wagner während eines Pressegesprächs am Freitag, den 16. Dezember berichtet. Wagner arbeitet seit 2008 für „Don Bosco Fambul“ in Westafrika mit Straßenkindern. Im vergangenen Jahr entstand die Idee, eine mobile Einrichtung für die betroffenen Jugendlichen zu schaffen, um sie besser auf der Straße erreichen zu können. Um das ausgefallene Projekt realisieren zu können, stellten die Stadtwerke Trier (SWT) einen ausgemusterten Linienbus zur Verfügung, der mit dem Schiff nach Sierra Leone gebracht wurde. Täglich kommen seitdem bis zu 100 Straßenkinder in den umgebauten Bus, wo sie von 15 Sozialarbeitern, zwei Krankenpflegern und einem Arzt versorgt und betreut werden. „Die Kinder haben jegliches Vertrauen in Erwachsene verloren, da hilft der Bus, eine Beziehung aufzubauen, um den Mädchen und Jungen einen Weg zurück in ein geregeltes Leben ermöglichen zu können“, sagt Bruder Lothar.In Sierra Leone leben fünf Millionen Menschen, knapp eine Million davon in der Hauptstadt Freetown – und die meisten von ihnen unterhalb der Armutsgrenze. Das Land in Westafrika gilt als das drittärmste Land der Welt. Alleine in der Hauptstadt leben 2500 Jungen und Mädchen auf der Straße. Oftmals werden sie von ihren Familien für dringend benötigtes Geld an Kinderhändler verkauft, zu Prostitution und Minenarbeit gezwungen.
„Alle Jugendlichen, die zu uns kommen, werden registriert. Wir versuchen, ihre Familien ausfindig zu machen und wieder Kontakt herzustellen“, erklärt der 38-jährige Wagner. Einmal die Woche besuchen die Kinder dann in Begleitung eines Betreuers ihre Eltern. „Die Familien sind meist sehr dankbar, dass wir ihnen ihre Kinder zurückbringen. Mit unserer Unterstützung können viele der Straßenkinder nach zwei bis drei Monaten wieder bei ihren Eltern leben und dort auch zur Schule gehen“, freut er sich. Sein Ziel ist es den Jugendlichen eine Perspektive in ihrem Land zu geben. In den meisten Fällen gelingt Bruder Lothar das auch. Die Rückführungsquote seiner Schützlinge liegt bei 85 Prozent. „Die Arbeit ist für mich ein Traumjob, auch wenn es nicht immer einfach ist.“ Probleme mit Drogen und Aids seien ihm bei der Betreuung der Straßenkinder nicht fremd, auch deshalb wolle er mit dem umgebauten Bus Aufklärungsarbeit auf den Straßen von Freetown leisten. „Ich wollte immer da helfen, wo es brennt. Mit benachteiligten Menschen arbeiten und ihnen neue Perspektiven geben – das kann ich in Sierra Leone.“ Und der Unterstützung aus der Heimat kann er sich auch sicher sein. Bei jedem Besuch in Trier versorgen ihn die Stadtwerke mit neuen Ersatzteilen, damit der Bus noch lange durch die Straßen von Freetown rollen und Rettungsanker für Straßenkinder sein kann.
Weitere Informationen unter
www.bruderlothar.de. Spendenkonto: 22 37 80 15, BLZ 370 601 93 – Pax Bank, Verwendungszweck „Don Bosco Fambul“.Pressekontakt: Bistum Trier ( )
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