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Gottesdienst für die Garden und Korporationen der Mainzer Fastnacht im Dom
Mainz. „Engagement für andere und Selbstverwirklichung schließen sich nicht aus. Im Gegen-teil: Wer glaubt, Freude, Genuss und ein erfülltes Leben wären möglich, ohne Rücksichtnahme, ohne Hilfsbereitschaft und Verzicht, der verschließt die Augen vor der Wirklichkeit.“ Das sagte der Mainzer Domdekan, Prälat Heinz Heckwolf, in seiner Predigt beim diesjährigen Gottesdienst für die Garden und Korporationen der Mainzer Fastnacht im Mainzer Dom.Heckwolf predigte am Sonntag, 19. Februar, bei einer Eucharistiefeier mit den Mitgliedern der Mainzer Fastnachtskorporationen und -vereine im vollbesetzten Mainzer Dom. Der traditionelle Gottesdienst mit Domdekan Heckwolf im Mainzer Dom fand in diesem Jahr zum 16. Mal statt. Heckwolf dankte am Ende des Gottesdienstes dem Generalfeldmarschall der Mainzer Ranzengarde, Johannes Gerster, und seiner Frau Regina für die Anregung zu dem regelmäßigen Gottesdienst für die Garden und Korporationen der Mainzer Fastnacht.
Weiter sagte der Domdekan: „Wer den Eindruck hat, das Leben bestünde nur aus einem freudlosen Schuften für andere, der hat eine entscheidenden Erfahrung noch nicht gemacht: Ich komme nicht zu kurz, wenn ich für andere etwas übrig habe. Ich werde selbst glücklich und zufrieden, wenn ich durch Wort und Tat anderen eine Freude machen kann.' Heckwolf ging in seiner Predigt auf das Prinzenpaar ein, das es in der Mainzer Fastnacht nur zu besonderen Anlässen gibt. In diesem Jahr ist das 175-jährige Bestehen der Mainzer Ranzengarde der Grund dafür. Prinz Karneval Johannes I. (Johannes Both) und Prinzessin Moguntia Anna I. (Anna Maria Kusche) übernahmen bei dem Gottesdienst die Gabenbereitung.
„Das ganze ist ein Spiel. Ein Rollentausch für ein bestimmte Zeit. Zwei junge Menschen spielen Königskinder', sagte Heckwolf. Die Tradition eines solchen Spieles erinnere an den mittelalterlichen Brauch, dass in Klöstern oder an Kathedralen der Jüngste oder ein Kind für eine bestimmte Zeit zum Abt oder zum Bischof bestellt wurde. Für den Mainzer Dom sei der Brauch sicher bezeugt. Wörtlich sagte der Domdekan: „Mit einer solchen zeitlichen Absetzung der Obrigkeit sollten damals die Amtsinhaber daran erinnert werden, dass ihnen alle Gewalt von Gott auf Zeit gegeben ist und von Gott auch jederzeit wieder genommen werden kann.' Und weiter: „Die Tradition eines solchen Spiels in unserer Zeit aufrecht zu erhalten ist sinnvoll.' Denn wer ein Dienstamt für andere habe, „der muss Antwort geben, an welchen Werten er sein Handeln orientiert. Der christliche Glaube bietet dazu eine Orientierung an.'
In den Fürbitten beteten die Gläubigen unter anderem für die Teilnehmer des Rosenmontageszuges und alle Einsatzkräfte. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Domorganist Daniel Beckmann an der Domorgel, dem „Wonnegauer Blasorchester' (Blasorchester der Mainzer Prinzengarde) aus Osthofen unter Leitung von Matthias Merkelbach, und den „Finther Schoppesängern' unter Leitung von Thomas Höpp. Kantor des Gottesdienstes war Nicolas Spehner.
Pressekontakt: Bistum Mainz (pressestelle[at]bistum-mainz.de)
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